Maxfind FF Belt Elektro-Skateboard im Test – Der Traum eines Kindes wird wahr

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    Ich hatte das Glück, genau zu der Zeit ein Kind zu sein, als die  Skateboard-Revolution der 1970er-Jahre stattfand. Kein Teenager, ein Kind. Mit der Einführung weicher, leiser Polyurethanrollen und der rasanten Weiterentwicklung von Lagern, Achsen und Deckdesign wurde das unscheinbare Kinderspielzeug mit Metallrollen, das sogenannte „Skate Board“ und Cousin des beliebteren Rollschuhs, plötzlich als hippes, elegantes und  spaßiges Fortbewegungsmittel wiedergeboren, das rasch beinahe den Status einer religiösen Ikone erlangte – zumindest unter uns Kindern.

    Skateboard-Magazine tauchten in den Lebensmittelgeschäften auf, und je mehr ich mich für den Sport begeisterte, desto verschlang ich sie wie Comic-Hefte. Gerade als ich zweistellig wurde, erschien unter dem Weihnachtsbaum ein langer Karton, und trotz des Regens in Portland, der Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und der missbilligenden finsteren Miene meiner Mutter versenkte ich stundenlang in die Beherrschung des bootsförmigen Decks auf vier violetten Rollen – der Regen war mir egal. Schon bald schien es, als hätten alle meine Freunde ein Skateboard – denn das hatten sie. Die Jungs aus der Nachbarschaft und ich (leider waren keine Mädchen in unserem inoffiziellen Skaterclub, und sie wollten ohnehin wirklich nicht mit uns vorpubertären Rabauken gesehen werden) suchten jeden Hügel, jede Böschung und jede öffentliche Treppenanlage auf, um unsere Tricks zu perfektionieren. Gliedmaßen wurden gebrochen. Zähne gingen verloren. Es waren die besten Zeiten.

    Skateboardfahren war mein erster Vorgeschmack auf Freiheit, und zusammen mit meinem BMX-Rad war es außerdem eine gute Möglichkeit, herumzukommen. Ich fuhr bis zu meinem Schulabschluss Skateboard, als Autos und Motorräder stärker in meinen Fokus rückten. Mein altes Deck aus jener Zeit hängt heute in der Garage, an prominenter Stelle, wird aber nicht benutzt. Und nun habe ich selbst einen Teenager, aber er fährt kein Skateboard (er spielt lieber Football). Kein Problem, doch vor Kurzem habe ich ihn mit einer modernen Variante des Traummobils vieler Teenager vor dem Führerschein gelockt: einem  motorisierten Skateboard, dem  elektrischen Longboard Maxfind Belt 77 für 899 $. Natürlich musste ich seine Fahreigenschaften auch persönlich  gründlich untersuchen. Das ist mein Job.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Das FF Belt ist relativ leise, und mit der Fernbedienung lässt es sich leicht fahren.

    Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, ein E-Skateboard anzutreiben: Man verwendet Nabenmotoren, die in die Rollen passen, oder man entscheidet sich für externe Motoren, die einen mit den Rollen verbundenen Riemen antreiben. Das Maxfind FF Belt nutzt offensichtlich Riemen, um die Hinterräder in Bewegung zu setzen. Ich bin beide Bauarten gefahren, und obwohl jede ihre Vor- und Nachteile hat, ist der Riemenantrieb am vielseitigsten, da sich die Rollen leichter abnehmen und austauschen lassen. Mein Testgerät FF Belt wurde zwar mit großen 105-mm-Polyurethanrollen geliefert, Maxfind bietet jedoch auch technisch anmutende, beleuchtete LED-Rollen sowie einen deutlich größeren Satz Luftrollen und -reifen für das FF an. Die Rollen lassen sich mit normalem Werkzeug genauso austauschen wie bei einem herkömmlichen Skateboard.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Die Fernbedienung ist einfach zu bedienen, verfügt aber auch über ein informatives OLED-Display.

    Der Hinterradantrieb des FF Belt besteht aus zwei 1.500-Watt-Motoren, die jedes Hinterrad unabhängig antreiben, sodass kein komplexes (und winziges) Differenzial erforderlich ist. Jede Motorhalterung verfügt über ein schweres, freiliegendes Schwungrad, das die Kraftübertragung glättet. Eine Kunststoffabdeckung schützt die Hinterradantriebseinheit größtenteils, und es ist vermutlich keine gute Idee, sie mit Schmutz und Ablagerungen zusetzen zu lassen. Unter dem Deck ermöglichen ungewöhnliche M III Dual-Kingpin-Achsen eine präzise Abstimmung der Lenkkräfte und verleihen dem Longboard etwas Bodenfreiheit. Wie bei den meisten Longboards weist das Deck eine gewisse Flexibilität auf, die zwar deutlich spürbar, ansonsten aber unauffällig war.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Der herausnehmbare 8,7-Ah-Akku lässt sich schnell ein- und ausbauen.

    Ein 8,7-Ah-Akku befindet sich unter einer Abdeckung im 41 Zoll langen Deck und lässt sich leicht herausnehmen. Dank dieser Möglichkeit zum schnellen Akkuwechsel können Käufer weitere Akkus mitnehmen, um die Reichweite zu erhöhen. Maxfind gibt sie mit 25 Meilen pro Ladung an – vermutlich unter optimalen Bedingungen. Geschwindigkeit und Richtung werden über eine kleine, per Hand gehaltene, wiederaufladbare Funkfernbedienung gesteuert. Ihr elegantes OLED-Display zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und den Leistungsmodus (1–4) an. Ein Daumenrad an der Fernbedienung steuert die Beschleunigung und die überraschend wirksame Bremsung. Zusätzlich brachte ich ein Paar wiederaufladbare Scheinwerfer an, die auf kleinen Schienen an der Vorderseite des Boards befestigt werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Rücklichter gab es nicht.

    Fahrzeit

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Mein Sohn probiert das FF Belt aus und trägt dabei einen Unit1-Fahrradhelm mit LEDs für bessere Sichtbarkeit.

    Bei meiner ersten Fahrt mit dem FF Belt ging ich vorsichtig vor. Ich ölte die Lager meines alten Boards und drehte ein paar Runden auf einem nahe gelegenen Parkplatz, um mein lange vergessenes Muskelgedächtnis fürs Skaten wiederzubeleben. Dann stieg ich auf das FF Belt und stellte die Motorleistung auf „1“ von vier. Ich trug einen  Bell Full-10-Fahrradhelm mit Vollvisier und eine gepanzerte Motorradjacke, da ich 2020 trotz eines Helms – der die Folgen des Aufpralls zweifellos abmilderte – bei einem ähnlichen Gerät eine schwere Gehirnerschütterung und Kopfverletzung erlitten hatte und eine Wiederholung dieses Missgeschicks vermeiden wollte. Mein Sohn entschied sich für einen  Unit1-Faro-Fahrradhelm mit integrierten LEDs, damit ihn andere Verkehrsteilnehmer besser sehen konnten.

    Ich gab dem Board wie früher einen Schubs, um es in Bewegung zu setzen, und bewegte das Daumenrad langsam nach vorn. Das FF Belt setzte sich sanft in Bewegung, und nach ein paar Minuten kehrte mein Selbstvertrauen zurück. Aber das Board nicht selbst antreiben zu müssen? Das fühlt sich ganz anders an – und macht Spaß.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Die 105-mm-Rollen des Maxfind FF Belt (links) stellen die Rollen eines modernen manuellen Skateboards in den Schatten.

    Die großen Rollen des FF – etwa dreimal so groß wie normale Skateboardrollen – schluckten die meisten Unebenheiten im Asphalt. Da es jedoch kein Kicktail gibt, mit dem sich die Vorderräder über ein Hindernis heben lassen, achtete ich darauf, Kies oder Schmutz frühzeitig zu erkennen, die zu einem abrupten Stopp führen könnten. Selbst auf der niedrigsten Leistungsstufe 1 kommt das FF Belt ordentlich in Fahrt. Noch war ich weit davon entfernt, die Leistung auf den turboartigen Level 4 hochzuschalten.

    Schließlich fuhr ich das FF Belt auf den Radweg vor meinem Haus in Portland. An einem frühen Sonntagmorgen stellte ich die Fernbedienung auf Level 2 und erhöhte vorsichtig die Leistung. Die Geschwindigkeit nahm rasch zu, bis sie sich der Marke von 20 mph näherte – für ein Skateboard fühlt sich das wirklich,  richtig schnell an. Früher rasten wir auf unseren Skateboards die Hügel hinunter und ignorierten die Gefahren, während die Geschwindigkeit zunahm. Helme? Damals nicht. Ich weiß nicht, wie wir das überlebt haben.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Der erfahrene Skater Kofi steuert das FF Belt durch einen Weg in einem örtlichen Park. Kinder kennen keine Angst.

    Nachdem ich die Achsen für bessere Geradeauslaufstabilität fester angezogen hatte, stellte ich die Leistungsstufe auf 3 und flog mit mehr als 20 mph eine glatte, frisch asphaltierte Straße hinunter. Das war ein absoluter Nervenkitzel, aber für diesen  reiferen Fahrer auch ziemlich stressig. Das Anfahren auf Level 4 führt zu einer wirklich kräftigen Beschleunigung, und für einen kurzen Moment erreichte das FF Belt seine Höchstgeschwindigkeit von 28 mph. Das entspricht der Geschwindigkeit eines E-Bikes der Klasse 3, das auf deutlich größeren Rädern rollt und typischerweise mit kräftigen Scheibenbremsen ausgestattet ist. Das FF Belt schien sich bei diesem Tempo dennoch wohlzufühlen, wahrscheinlich dank des fast vier Fuß langen Radstands – wobei der spiegelglatte, frische Asphalt das bestmögliche Szenario für eine solche Geschwindigkeit darstellte.

    Als ich mich einem Stoppschild näherte, nahm ich den Daumengashebel zurück und betätigte vorsichtig die stufenlos regelbaren „Bremsen“, bei denen es sich lediglich um eine Umkehrung der Energiezufuhr des Motors handelt. Das FF Belt kam sanft und kontrolliert zum Stillstand. Ich drehte um, und das FF Belt erklomm mit mir an Bord problemlos eine leichte Steigung. Maxfind zufolge schafft es eine Steigung von 35 Prozent – vermutlich  nicht mit jemandem meiner Größe darauf. Durch zweimaliges Tippen auf die Taste zur Leistungsregelung lässt sich das Board außerdem im „Rückwärtsgang“ oder in einer Art „Vorderradantrieb“ fahren. Ich bevorzugte den normalen Hinterradantrieb.

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Kofi mit dem FF Belt in voller Fahrt. Es ist schnell, lässt sich aber auch leicht kontrollieren.

    Nachdem ich meine Fahrten mit dem FF Belt beendet hatte, übergab ich es meinem jugendlichen Sohn und seinem Freund Kofi (auf vielen der hier gezeigten Fotos zu sehen), einem versierten Skater, der häufig mehrere Meilen mit seinem Board zur Schule fährt – genau wie ich in diesem Alter. Sein Urteil nach einigen Kurvenfahrten mit dem FF Belt? „Komisch, aber richtig spaßig.“ Eine treffende Zusammenfassung.

    Fazit

    Elektrisches Skateboard Maxfind FF Belt

    Es ist schon erstaunlich, dass diese kleinen Rollen einen mühelos herumbringen können, aber genau darin liegt die Schönheit der Mikromobilität.

    Als ich ein Skaterkind war, stellten wir uns vor, wie es wäre, ein Skateboard mit Motor zu besitzen. Ein paar glückliche Kinder mit handwerklich begabten und offensichtlich fehlgeleiteten Eltern bauten solche Konstruktionen tatsächlich aus Bausätzen zusammen, die man aus dem Anzeigenteil von Zeitschriften wie Popular Mechanics und ähnlichen Magazinen bestellen konnte. Doch sie waren stets unzuverlässig, laut und spuckten Ölrauch aus. Angetrieben wurden sie von winzigen Zweitaktmotoren, die kaum aus eigener Kraft vorankamen und meist nicht lange hielten. Trotzdem war der Traum echt.

    Die Entwicklung von Lithiumakkus, kleinen, aber leistungsstarken Elektromotoren und kabelloser Verbindungstechnik macht einst unwahrscheinliche motorisierte Skateboards wie das  Maxfind FF Belt endlich möglich. Könnte man damit pendeln? Ich nehme an, es ist möglich, wenn man mutig genug ist. Sicher ist es schneller als zu Fuß – oder als das eigene manuelle Skateboard die Straße entlangzukicken. Außerdem machte das Fahren stets Spaß, mit unerwarteter, aber leicht kontrollierbarer Kraft. Als Fortbewegungsmittel für die letzte Meile ist es kaum zu schlagen. Obwohl es schwerer und größer als ein normales Skateboard ist, kann man es noch immer hochheben, in einen Pendlerzug steigen oder es auf den Rücksitz beziehungsweise in den Kofferraum eines Autos legen. Vor allem aber machte es großen Spaß, einfach durch die Nachbarschaft zu cruisen, Bewegung auf minimalistische Weise zu genießen und mit dem langen Radstand durch Kurven zu carven. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem FF Belt und trotz einiger längerer Fahrten war der Akku nie leer.

    Ich bin zwar zu größeren, schnelleren Maschinen wie Autos und Motorrädern (und E-Bikes) weitergezogen, muss aber zugeben, dass das zehnjährige Kind, das sich noch immer tief in meinem Gedächtnis verbirgt, beim Fahren des Maxfind FF Belt großen Spaß hatte. Zumindest ist es inzwischen klug genug, einen Helm (und mehr) zu tragen und zu bremsen, wenn es wirklich schnell wird. Meistens.

    Forbes-Testbericht-URL: https://www.forbes.com/sites/billroberson/2023/08/31/review-maxfinds-ff-belt-electric-skateboard-is-a-kids-dream-realized/?sh=17b34ccb5885

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